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Leinenaggression

Dein Hund pöbelt an der Leine?


Ein fremder Hund kommt in Sicht, dein Hund schießt in die Leine, bellt wie verrückt und ist nicht mehr ansprechbar? Dann reagiert dein Hund gerade aus einer Gefühlslage heraus. Und das mit Grund. Zumindest aus seiner Sicht.


Dieses neue und unerwünschte Verhalten kommt für viele Hundebesitzer plötzlich und unerwartet und sie verstehen die Welt nicht mehr. Bist du auch einer davon?


Aggressives Verhalten dient dazu, die eigenen Wünsche durchzusetzen oder  auch sich zu schützen. Man sollte wissen, dass Aggression erstmal einfach nur zur hundlichen Kommunikation gehört und ganz normal ist. Wichtig ist aber, dass aggressives Verhalten in der jeweiligen Situation angemessen gezeigt wird.


Was heißt das?

Will dein Hund jemanden auf Abstand halten, dann sollte er erst wärmend die Nase runzeln, ein bisschen die Zähne zeigen oder knurren. Das signalisiert dem anderen, dass kein Kontakt erwünscht ist.

Es ist aber nicht in Ordnung, wenn dein Hund diese feinen Signale nicht sendet, also den anderen nicht warnt und sich gleich eine Rauferei einlässt oder ihn attackiert.


Leinenaggression
Drohender Hund - Aggressives Verhalten

Was für Ursachen stecken hinter einem Leinenaggression?


  1. Zu wenig Hundekontakte, negative Hundekontakte oder Überforderungen bei Hundekontakten

In der sozial-sensiblen Phase (bis zur 16., max. 20. Woche) sollte der Welpe mit anderen sozial verträglichen Hunden unterschiedlichen Aussehens und Persönlichkeiten, positive Kontakte haben dürfen. Denn so erlernt, erweitert und verfeinert er seine Kommunikation. Darf er das nicht, kommt es zu sprachlichen  Defiziten, denn auch bei Hunden gibt es verschiedene Dialekte. Das unterschiedliche Erscheinungsbild der vielen Rassen erschwert das ganze. Diese Defizite führen zu Unsicherheiten, die häufig durch aggressive Verhaltensweisen kompensiert werden.

Unschöne, negative Erfahrungen mit anderen Hunden oder auch Menschen, führen oft dazu, dass Fremde nicht mehr als freundlich angesehen werden, sondern mit Misstrauen und einem unwohlen Gefühl.

Reagiert dein Hund nicht nicht mit aggressivem Verhalten, kann der Kontakt zu einem sich höflich annähernden, freundlichen Hund dabei helfen, wieder Vertrauen zu fassen. Kommt dir ein Hund mit drohender Körperhaltung entgegen, dann mach einen großen Bogen drum rum. Läuft er frei, dann halte ihn auf Abstand. Schaffst du das nicht, übernimmt dein Hund das Kommando, was als Leinenaggression sichtbar wird.


  1. Hormone

Hunde zwischen dem 6. und 16. Lebensmonat werden gerade sehr von ihren Hormonen gelenkt. Kleine Ausraster sind vorhersehbar und nicht schlimm. Allerdings musst du auch angemessen darauf reagieren. Ziehst du deinen Hund nämlich einfach nur weiter, kann er kein Alternativverhalten von dir lernen. Das unerwünschte Verhalten bleibt bestehen und weiß nicht, was er anstelle des Pöbelns machen soll, weil du ihm das nicht bei bringst.


  1. Mangelnde Impulskontrolle und fehlende Frustrationstoleranz

Werden deinem Hund alle Wünsche erfüllt und muss selten warten, kann er auch keine Frustrationstoleranz lernen. Er kann es demnach nicht ertragen, dass seine Wünsche nicht erfüllt werden oder zumindest nicht sofort erfüllt werden. Sein Frust zeigt sich dann als ein in der Leine hängender, bellender Hund. Ohne Leine haben diese Hunde meistens keine Probleme mit den anderen.


Bei sehr lebhaften Hunden achte schon von Anfang an darauf, ruhiges Warten zu fördern.

Mit zu viel Beschäftigung steigt nur seine Aufregung, Unruhe, Erwartungshaltung und impulsives Verhalten.

 

  1. Schlechte Leinenführigkeit

Wenn dein Hund ständig an der Leine zieht, blendet er sich aus, tut was er will und du lässt das zu. Das heißt aber auch, dass er dich lenkt und leitet, also Entscheidungen trifft. Wenn er dies schon bei einfachen, ablenkungsarmen Situationen macht, macht er das erst Recht, wenn es wichtigere Situationen geht, wie z.B. Hundebegegnungen. Wenn ihn da aber dann die Leine daran hindert, kommt es zu Frustration und er schießt lautstark in die Leine. Manche Hunde reagieren auf das Einwirken auf die Leine seitens ihres Besitzers dann mit Rückgerichteter Aggression, die aus der Frustration heraus entsteht und zwicken ihren eigenen Besitze. Das  heißt, sie entleeren die aufgestaute Energie am nächstgelegenen Lebewesen.


Deshalb ist eine gute Leinenführigkeit und Orientierung an dir unbedingt erforderlich, wenn du an einer Leinenaggression arbeiten willst.


  1. Aversiven Trainingsmethoden

Strafst du deinen im Training, kann dies in Frustration ausarten und er entlädt dies dann beim Nächsten einfach. Wenn es ganz blöd läuft stellt er sogar eine Verknüpfung her. Heißt, wenn dein Hund einen anderen Menschen, Kind.oder Hund sieht und genau in diesem Moment von dir bestraft wird, also ihm genau dann etwas Unangenehmes widerfährt dann verknüpft er es mit dem anwesenden Reiz, den er gerade ansieht/wahrnimmt.


  1. Unkontrollierter Freilauf

Darf dein Hund fast immer frei laufen und wird selten von dir abgerufen, braucht sich nie bei dir melden und ihr macht auch keine Übungen oder Spiele zwischendurch zusammen, dann trifft dein Hund alle Entscheidungen selbst. Wie weit er sich von dir entfernt, wie lange, wenn er kommt, dann vielleicht erst nachdem er fertig geschnüffelt hat oder er kommt zwar aber läuft an dir vorbei usw. Auch hier verlernt er, dass der Spaziergang mit dir gemeinsam stattfindet und zusammen interessant ist, braucht sich nur um seine eigenen Interessen zu kümmern und auf sich selbst zu schauen. Wenn er dann mal auf Leine ist und du was von ihm möchtest, fragt er sich warum, denn das tust du ja auch sonst nie. Er stellt es also in Frage und übernimmt unter Umständen wieder selbst die Entscheidung. Arbeite daran, dass dein Hund deine Signale respektiert und akzeptiert. Auch wenn es für ihn gerade keinen Grund dafür gibt.


  1. Zu viel Energie

Erfüllst du den Bewegungsdrang deines Hundes nicht ausreichend, so hat er zu viel Energie. Führst du ihn dann auch noch unzureichend, kommt es zu Leinenaggression.


  1. Territoriale Veranlagung

Territorial veranlagte Hunde können bei Spaziergängen in fast immer derselben Zone mit territoriale Aggression reagieren. Für sie scheint es logisch, potentielle Eindringlinge zu vertreiben.


  1. Du hast Angst vor anderen Hunden

Diese Angst kannst du vor deinem Hund nicht verbergen. Durch deine Unsicherheit übernimmt er die Führung und übernimmt entgegenkommende Reize. Ist dein Hund mit dieser Verantwortung überfordert, kommt es zu einer Leinenaggression.


  1. Erhöhtes Aggressionspotenzial

Wird die Rasse deines Hundes als wachsam, mutig, feurig, lebhaft, misstrauisch oder beschützend beschrieben, dann hat er Eigenschaften, die bei unzureichender Orientierung an dich Leinenaggression begünstigen kann.


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