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Bindung und Beziehung zwischen Mensch und Hund


Die Beziehung zwischen Mensch und Hund gleicht der Beziehung zwischen Eltern und Kind. Das bestätigt mittlerweile auch die Forschung. In einer solchen Beziehung sind Vertrauen, Fairness, Sicherheit, Verlässlichkeit, und Bedürfnisorientiertes Handeln das Wichtigste.


Bindung und Beziehung - Mensch und Hund
Mensch mit Hund - Hund freut sich und fühlt sich wohl

Unterschied zwischen Beziehung und Bindung


Beziehungen gibt es viele unterschiedliche und können auch lose sein. Bei Menschen gibt es z.B. die Geschäftsbeziehung, auch die ist lose.


Bindung hingegen ist individuell und beinhaltet den emotionalen Teil einer Beziehung. Dabei unterscheiden wir unterschiedliche Arten einer Bindung. Eine GUTE BINDUNG baut auf Vertrauen auf. Dieses Vertrauen müssen wir erst verdienen und bekommen es nur dann, wenn wir den Hund fair, respektvoll und voller Liebe in unseren Alltag integrieren.

Um unsere Aufgabe als “Eltern” gut zu machen, müssen wir dem Hund eine verlässliche Bezugsperson sein, die ihn ermutigt, die richtigen Entscheidungen zu treffen.


Wie die Beziehung  aussieht, hängt stark von der Rasse, der Sozialisation, der Persönlichkeit und Lernerfahrungen ab. Je selbstständiger eine Rasse gezüchtet wird, desto weniger wahrscheinlich ist es, dass der Hund alle paar Sekunden nach uns schaut. Was aber nichts über dessen Bindung zu seiner Bezugsperson aussagt. Auch das Kuschelbedürfnis eines jeden Hundes ist unterschiedlich und hat deshalb nichts mit einer schlechten Bindung zu tun.


Die Bindungstheorie besagt, dass:

Kinder Zuwendung und Schutz bei der ihr vertrauten Person suchen, sich das Bedürfnis nach Nähe und das explorative Verhalten (alles entdecken, Neugierde…), sich bei einer sicheren Bindung aber in geeignetem Maße abwechseln.


Kinder einer sicheren Bindung trauen sich mehr zu und haben weniger Angst, Fehler zu machen.

Bei einer unsicheren Bindung suchen sie mehr Schutz und reagieren stärker auf Trennung (weinen, hinterherlaufen, Ärger). Dabei sucht es Nähe und Kontakt auf der einen Seite, ist aber ärgerlich und überfordert andererseits, wenn das Bedürfnis nach Nähe erfüllt wird. Das Erkundungsverhalten (Exploration) ist geringer.


Sicherheit, Verlässlichkeit und Unterstützung in jeweils angebrachten Maße sind auch für Hunde unglaublich wichtig, um eine sichere Bindung zwischen uns und ihnen aufzubauen.


Um die Bedürfnisse unserer Hunde zu erkennen und erfüllen zu können, braucht es Einfühlungsvermögen für die Sorgen, Nöte, Bedenken, Ängste… unserer Hunde. Deshalb müssen wir unsere Hunde lesen können.

Dafür ist es unabdinglich, sich mit seiner Körpersprache und seinem Wesen auseinanderzusetzen und ihn zu beobachten.

Grundvoraussetzung dafür ist es, die Beschwichtigungssignale, Stresssignale und Übersprungsverhalten zu kennen.


Es gibt eigene Bindungsübungen, welche aber keinen Sinn haben, wenn sich mein Hund im Alltag nicht auf mich verlassen kann. Heißt, ich muss die Bedürfnisse meines Hundes erkennen und achten, sein Nähebedürfnis und sein Ruhebedürfnis respektieren und stillen, darf ihn nicht überfordern mit Anforderungen, die er nicht im Stande ist zu leisten, darf keine aversiven Methoden im Training anwenden und muss ihn in schwierigen Situationen unterstützen. Sonst bin ich kein zuverlässiger Bindungspartner.


Unsere Hunde sind hoch soziale Lebewesen und haben ein hohes Bindungsbedürfnis.

Welcher Bindungstyp dein Hund ist, hängt von der Hundemutter, von dir und von der Erfahrung, die der Hund im Laufe seines Lebens mit Bindungen macht, ab. Hat er immer genügend Schutz und Sicherheit bekommen? Hatte er in seinem Leben traumatische Erlebnisse wie Zurückweisung, Trennung, Verlust o.ä.?



Die 4 Bindungstypen


  1. Sichere Bindung

Der Hund kann, sei es mit Nähe, als auch mit Abwesenheit seiner Bindungsperson gut zurecht kommen. Fühlt sich sicher und geschützt, hat ein gutes Erkundungsverhalten (Exploration) und Vertrauen in seine Menschen und die Welt.


  1. Unsichere vermeidende Bindung

Der Hund agiert scheinbar unabhängig, beschäftigt sich eher mit sich selbst und kann auch abweisend wirken. Gerade so, als würde er sagen, ich brauche ja eh niemanden. Er wirkt reserviert und zurückhaltend, manchmal auch desinteressiert am Menschen und hat Probleme mit großer Nähe. Er hat häufig Zurückweisung erlebt und sucht Zuflucht durch Vermeidung von Bindung.


  1. Unsichere ambivalente Bindung

Er reagiert widersprüchlich zwischen sehr anhänglichem/Klammer dem Verhalten und abweisendem Verhalten. Meistens, wenn dies der Hund bei seiner Bindungsperson erlebt hat. Diese war also unberechenbar, mal abweisend und zugewandt. Er lässt sich sehr schnell verunsichern, ist generell ängstlich und stark abhängig von seiner Bindungsperson und dessen Stimmungen.


  1. Desorganisierte Bindung 

Das Bindungsverhalten des Hundes kann nicht eindeutig zugeordnet werden und zeigt oft eigenartige Verhaltensweisen und Stereotypien. Diese Bindungsart entsteht oft dann, wenn der Hund in einer Gefahrensituation Schutz und Zuflucht beim Bindungspartner suchen möchte, es aber genau dieser ist, von dem die Gefahr ausgeht.


Das Bindungsverhalten kann man mit positiven Erfahrungen noch beeinflussen:

Wenn der Hund vertrauen zu dir hat, sich in Gefahrensituationen hilfesuchend an dich wendet und dort kompetenten Rückhalt findet, wenn du verstehst, was er dir sagen will und du auf seine Bedürfnisse angemessen und richtig reagierst, dann wirkt sich das alles positiv auf eure Bindung aus.


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