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Stress und Angst durch Futter positiv beeinflussen


Wie kann man Stress und Angst durch Futter positiv beeinflussen?

Der Hund frisst das Futter, welches durch die Speiseröhre in den Magen und vom Magen in den Dünndarm gelangt. Dort wird der Futterbrei in seine Nährstoffe zerkleinert, die von den Zellen der Darmwand aufgenommen werden. So gelangen die Nährstoffe ins Blut und mittels des Blutsystems zu allen wichtigen Organen und dem Gehirn transportiert.


Die seit langem domestizierten Haushunde unterscheiden sich insofern vom Wolf, als dass sie mittlerweile im Stande sind auch Kohlenhydrate (KH) zu verdauen und aufzunehmen. Eine zu Fleischreiche Fütterung bedeutet auch, dass im Verhältnis zu wenige Kohlenhydrate aufgenommen werden. Das Gehirn jedoch benötigt Kohlenhydrate, um richtig arbeiten zu können. Eine ausreichende Versorgung mit Kohlenhydraten wirkt sich deshalb positiv auf die Impulskontrolle von Hunden aus. Zudem werden sie benötigt um Tryptophan zum Gehirn transportieren zu können.


Besonders bei angstbedingten Verhaltensweisen, wie z.B. Territorialer Aggression, sollte man immer proteinarme füttern (bis 20%) und Tryptophan zufüttern.


L-Tryptophan ist eine Aminosäure und wird zu Serotonin synthetisiert. Serotonin ist das Glückshormon und beeinflusst Stimmung, Antrieb und Emotionen. Ohne Serotonin steigt die Ängstlichkeit und Depressionen. L-Tryptophan kann nicht selbst vom Körper hergestellt werden und muss deshalb über die Nahrung zugeführt werden. Dabei ist der relative Gehalt entscheidend. Also der Gehalt im Verhältnis zu den restlichen Aminosäuren. Tryptophan ist zum Beispiel in Lamm enthalten. Mit dem Senken des Proteinanteils in der Fütterung, kann man gleichzeitig den KH-Anteil in der Fütterung steigern. Zusätzlich kann man Tryptophanreiche Nahrungsergänzungsprodukte zuführen. Tryptophan muss ausreichend lange gefüttert werden (8 Wochen).


WICHTIG:

Bei hyperaktiven Hunden und Hunden die repetitive Verhaltensweisen / Stereotypien zeigen, Leckdermatitis, Koprophagie, Kreiseln, Lichtreflexe jagen und Schatten starren, scheint eine Tryptophan-Ergänzung keinen Effekt zu bewirken.


Auch durch Öle und Fette kann das Verhalten positiv beeinflusst werden. Z.B. durch Omega-3-Fettzellen. Bei Junghunden können sie die Entwicklung der Nervenzellen positiv beeinflussen und die Stresstoleranz steigern. Ein Mangel kann zu schlechterem Lernen und gesteigerten Aggressionen führen. Man findet sie in Lachsöl, Krillöl oder Algenöl.

Mit dem Alter nimmt die Verstoffwechselung von Glucose ab und deshalb sollte man zu mittelkettigen Fettsäuren greifen, die z.B. im MCT-Öl enthalten sind.


Ebenfalls Stress- und Angstlösend wirkt die Aminosäure L-Theanin. Es beruhigt ohne schläfrig zu machen.


B-Vitamine

Hunde die zusätzlich B-Vitamine verabreicht bekamen, waren belastbarer, konzentrierter und hatten eine höhere Stresstoleranz. Eine Ergänzung an B-Vitaminen kann mittels Bierhefe erfolgen. Sie enthält kein Vitamin B 12 und könnte bei Hunden mit Allergien problematisch sein. Alternativ kann man Vitamin B - Kombipräparate benutzen. Gute Erfahrungen habe ich dabei mit dem Produkt der Marke "Dog Fit" gemacht.

B-Vitamine-Komplex für den Hund
B-Vitamine von DOG FIT

Magnesium ist der Gegenspieler des Stresshormons Cortisol und kann als Ergänzung sinnvoll sein.

Eine dauerhaft hohe Zufuhr, kann das Bilden von Struvitsteinen begünstigen. Dies gilt vor allem für Golden Retriever, Amerikanischer Cockerspaniel, Neufundländer, Irischer Wolfshund, Labrador Retriever, Englische Bulldogge, Dalmatiner und Portugiesischer Wasserhund.


Casein wirkt beruhigend und kann auch als Futterzusatz in Form von Zylkene (Vetoquinol) gegeben werden.


Untersucht werden sollten Defizite in der Nährstoffversorgung wie Magnesium, Vitamin B, Kupfer, Zink und Vitamin E. Aber auch alle anderen sollten Bedarfsgedeckt enthalten sein.


Bei auffälligen Hunden darf der Proteingehalt gerne ein Maximum von 20% betragen.


Achtung Mais im Hundefutter:

Mais hat einen sehr niederen Gehalt an Tryptophan, was bei instabilen, ängstlichen oder gestressten Hunden problematisch ist. Weil dadurch der reelle Wert an Tryptophan gegenüber allen anderen Aminosäuren gesenkt wird. Die Folge ist ein niederer Serotoninspiegel. Daher ist für diese Hunde ein Maishaltiges Futter ungeeignet.

Mais im Hundefutter
Mais

FAZIT:

Natürlich wird ein sich aggressiv verhaltender Hund nicht alleine von einer Futterumstellung wieder umgänglich. Hier ist eine Kombination von geeigneter Fütterung und einer adäquaten Therapie bei einem Hundetrainer mit Wissen in Verhaltensberatung oder einem Verhaltenstherapeuten von Nöten.

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